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  • christinabischoff

Panchakarma Kur

Aktualisiert: 9. März

Wer sich mit Ayurveda beschäftigt, wird früher oder später auf jedenfall einmal etwas von der Panchakarma Kur hören. Aber um was geht es dabei eigentlich?


Bei dieser Kur geht es darum, den Köper einmal richtig zu reinigen und zu entgiften. Alle Doshas werden dabei ins Gleichgewicht gebracht. Sie ist bei einigen gesundheitlichen Problemen sozusagen das Tüpfelchen auf dem i, welches zur normalen Ayurveda-Therapie angewendet werden kann.


Ich möchte dir in diesem Artikel einmal erklären, was eine Panachakarma Kur eigentlich ist, wie sie abläuft und welche Auswirkungen auf die Gesundheit sie haben kann.



Warum Panchakarma?


In der heutigen Zeit lässt es sich oft nur schwer vermeiden, immer wieder viel zu Stress, Umwelteinflüssen oder auch schädlichen Chemikalien in Reinigungsmitteln oder Kosmetik aussetzt zu sein. Stress oder auch das falsche Wissen lässt und häufig zudem auch noch zu Essen greifen, das für unseren Körper nicht gesund ist.


Diese Faktoren haben einen enormen Einfluss auf unseren Körper und Geist und schränken unsere psychische und physische Vitalität ein. Wenn diese dauerhaft auf uns wirken, dann führt dies in vielen Fällen dazu, dass wir irgendwann krank werden. Die Panchakarma Kur kann bei sehr vielen Krankheiten eine große Hilfe darstellen, zum Beispiel bei Magen-Darm-Krankheiten, Depression, Migräne oder Erkrankungen der Haut und Gelenke. Auch chronische Krankheiten wie beispielsweise Endometriose sprechen sehr gut auf diese Kur an.


Doch nicht nur kranke Menschen können eine Panchakarma Kur durchführen. Auch Menschen die gestresst sind oder aber einfach ihre Gesundheit erhalten und ihre Lebensqualität verbessern möchten tun sich damit definitiv einen großen Gefallen. Panchakarma reguliert Alterungsprozesse und macht uns psychisch und physisch vital.


Es ist also sehr wichtig, dass wir uns darum kümmern den Stress abzubauen, uns mehr mit uns selbst beschäftigen um wieder zu uns selbst zu finden und auch den Körper zu entgiften. Genau diese Bereiche werden in der Panchakarma Kur "behandelt".


Die Panchakarma Kur kann stationär durchgeführt werden. Der Vorteil hierbei ist, dass man sich um absolut gar nichts kümmern muss. Man braucht nicht irgendwelche Termine im Kopf haben und muss auch nicht selbst kochen. Meist werden auch Yoga Sessions oder ähnliches vor Ort angeboten.

Die Kur kann aber durchaus auch ambulant zuhause gemacht werden. Wichtig ist, dies niemals alleine durchzuführen, sondern immer in Begleitung eines Ayurveda-Arztes oder Heilpraktikers. Für manche Menschen ist es nicht so einfach möglich 3-4 Wochen von zuhause wegzugehen, weil sie vielleicht Kinder oder andere Verpflichtungen haben. Dann ist diese Option eine super Alternative. Man bekommt einen genau ausgearbeiteten Plan, kocht zuhause und fährt zu den Behandlungen in die durchführende Einrichtung. Wichtig ist in diesem Fall aber darauf zu achten, dass man sich trotzdem genug Zeit für sich nimmt und genug Ruhe gönnt.

Preislich ist die ambulante Variante deutlich günstiger als ein stationärer Aufenthalt.


Dauer der Panchakarma Kur


Eine Panchakarma Kur dauert zwischen 2 und 8 Wochen. Je schwerwiegend die Erkrankung ist, desto länger sollte die Kur dauern. In den meisten Fällen genügen 2 bis 4 Wochen, um ein richtig gutes Ergebnis zu erzielen.

Auch wenn man beispielsweise viele Massagen während der Kur bekommt, darf man sich darunter keine Wellness - Veranstaltung vorstellen. Es ist ein Therapieprogramm mit vielen ayurvedischen Anwendungsformen.


Durch den ganzheitlichen Ansatz werden tiefe Erneuerungsprozesse im Körper ausgelöst. Es können dadurch Toxine, die über viele Jahre im Körper angesammelt wurden, ausgeleitet werden sowie emotionale Verletzungen oder schlechte Erfahrungen behandelt werden. Der Stoffwechsel und das Immunsystem können stabilisiert werden. Außerdem werden die Selbstheilungskräfte des Körpers aktiviert, so dass er zu seinem ursprünglichen Gleichgewicht zurückfinden kann.


Die 3 Phasen der Panchakarma Kur


Die Panchakarma Kur wird in drei Phasen aufgeteilt. In der ersten Phase wird der Körper auf die Reinigung vorbereitet. In der zweiten Phase erfolgt die Ausleitung, also die eigentliche Reinigung und als letztes kommt die Phase des Wiederaufbaus.


Während der gesamten Dauer sollte man darauf achten, dass man sich viel Ruhe gönnt und auch genug Zeit für sich. Es ist eine schöne Möglichkeit, sich selbst zu bobachten, Veränderungen festzustellen und sich selbst auch besser kennenzulernen.



Die Vorbereitungsphase


Zu Beginn wird die Ernährung umgestellt, damit der Körper und vor allem der Darm vorberietet wird auf die nächsten Schritte und beispielsweise das Ghee gut aufnehmen kann. Es wird eine leichte Kost verordnet, vorwiegend werden Reis mit Gemüse und Suppen gegessen.

Danach folgen einige Tage, an denen flüssiges Ghee morgens auf nüchternen Magen getrunken wird. Die Menge wird von Tag zu Tag gesteigert. Dies bewirkt, dass Schlackenstoffe und Gifte gelöst werden. Begleitet wird dies durch spezielle ayurvedische Öl-Massagen, damit die Toxine im Körper in Umlauf gebracht werden. Auch Dampfbäder werden hier durchgeführt um den Prozess zu unterstützen.



Die Ausleitungsleitungspahse


Für die Ausleitungs- bzw. Reinigungsphase stehen fünf verschiedene Techniken zur Verfügung. Es müssen nicht alle fünf Techniken komplett angewendet werden, dies ist sehr individuell. Je nach Problem des Patienten entscheidet der Arzt oder Heilpraktiker, wie vorgegangen wird. Die verschiedenen Ausleitungsarten werden nacheinander durchgeführt.

Auch hier wird unterstützend mit Massagen gearbeitet. Die freigesetzten Toxine werden hierdurch aus dem Körper geleitet.


Die Ernährung ist während dieser Zeit strikter und wird genau vorgeschrieben.


Die 5 Methoden der Reinigung


1. Vamana, das kontrollierte Erbrechen

Besonders bei Kapha-Störungen aber auch bei psychosomaischen Störungen kommt dieses Verfahren zum Einsatz. Nach einer Ganzkörpermassage und einem Dampfbad werden nacheinander Milch, Süßwurzel-Extrakt-Lösung und Salzwasser getrunken. Das dann folgende Erbrechen erfolgt zwei bis dreimal und geht ohne Übelkeit einher. Den Rest des Tages gibt es Suppe und viel Ruhe.


2. Virechana, das Auslösen von Durchfall

Dies wird vor allem für die Reduktion von Pitta angewendet. Die Toxine werden über den Darm ausgeschieden. An diesem Tag werden morgens Kräutertabletten und ein Abführmittel eingenommen. Wenn der Darm vollständig entleert ist, darf an diesem Tag noch Suppe gegessen werden.


3. Vasti, verschiedene Einläufe

Zur Auswahl stehen hier vier verschiedene Einläufe, welche individuell nach Entscheidung des Arztes oder Heilpraktikers eingesetzt werden.


4. Nasya, die Nasenspülung

Die Nasenspülung wird bei vielen Krankheiten im Kopfbereich eingesetzt, wie z.B. Migräne oder Tinnitus.

Zuerst wird ein Dampfbad zur ersten Reinigung der Nase durchgeführt. Anschließend werden Öle in die Nasenlöcher getropft, so dass sich Schleimkanäle öffnen und reichlich produzierter Schleim ausgeschneuzt werden kann.


5. Rakta Moksha, der Aderlass / Blutegel

Der Aderlass und der Einsatz von Blutegeln kommen nicht ganz so häufig zum Einsatz. Diese Methode wird eher gegen Ende einer Kur eingesetzt. Beispielsweise bei Rheuma oder chronischer Nesselsucht kann dies hilfreich sein.



Der Wiederaufbau


Nach der sehr tief wirkenden Reinigung ist diese Phase äußerst wichtig, um den Körper wieder belastungsfähig und stabil zu machen. Zum Wiederaufbau werden sogenannte Rasayanas verwendet, diese stärken und harmonisieren den Körper.


Es ist empfehlenswert leichte Bewegung wieder in den Alltag zu integrieren, wie beispielsweise Yin Yoga oder Spaziergänge, damit der Körper sich Schritt für Schritt wieder umgewöhnen kann.


Die bis dahin verabreichte leichte Kost wird nach und nach langsam wieder umgestellt.

Es empfiehlt sich allerdings definitiv, sich schon während der Kur einmal Gedanken zu machen über seine "alte" Ernährungsweise sowie die Lebensgewohnheiten. Denn diese beiden Parameter haben einen enormen Einfluss auf unser Wohlbefinden und unsere Gesundheit.

Kehrt man nach der Panchakarma Kur wieder direkt in alte Gewohnheiten der Ernährung und Lebensweise zurück, könnte man schon bald die nächste Kur gebrauchen :-)



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